Deutschlandrente und Schäuble-Bond

01. September 2016

Negative Berichte über die Riester-Rente sind nicht neu und gehören fast schon zum guten Ton in der Medienwelt. Interessant ist dabei zu beobachten, dass oftmals nicht differenziert wird und immer von DER Riester-Rente geschrieben und gesprochen wird, die es als solche überhaupt nicht gibt. Die Produktausgestaltungen sind inzwischen vielfältig und reichen vom reinen Banksparplan über Versicherungsprodukte mit unterschiedlichen Sicherungskonzepten und -modellen sowie über Fondssparpläne bis zu geförderten Bausparprodukten.

Zugegebenermaßen bieten diese Lösungen unterschiedliche Punkte zur Verbesserung oder besseren Handhabe. Gerade die Zulagenbeantragung ist oftmals kompliziert und bietet viele Fehlerquellen, so dass es nicht nur zur Nichtgewährung der Zulagen kommen kann, sondern gar zu deren späterer Rückforderung. Die Informationsprozesse der Zulagenstelle sind dabei fragwürdig und die Korrekturmöglichkeiten mit einem Festsetzungsantrag eingeschränkt. Letztendlich sind diese Themen aber hausgemacht und der Gesetzgebung geschuldet.

Riester-Rente als Sündenbock der Politik

Umso interessanter ist es, wie sich in letzter Zeit negative Berichte über die Riester-Rente mehren, in denen oftmals von einem Scheitern berichtet und geschrieben sowie als Konsequenz daraus offen über die Abschaffung sinniert wird. Dabei findet auch der Niedrigzins Berücksichtigung. Interessant ist allerdings, dass der Gesetzgeber die Produktanbieter einerseits zur Bruttobeitragsgarantie zwingt, gleichzeitig aber keine attraktiven Anlagemöglichkeiten bietet.

Die Situation wird aber umso absurder, wenn man sich zusätzlich vergegenwärtigt, dass durch weitere Gesetze und Vorgaben bei fehlender Eigenkapitalquote teilweise die Investition in Staatsanleihen mit Niedrigzins diktiert wird. Die Riester-Rente mutiert somit zum Sündenbock der eigenen Politik.

Gleichzeitig liest man allerdings in den jeweiligen Berichten von Lösungsvorschlägen
und -ideen. Dabei stößt man immer wieder auf die Begriffe „Deutschlandrente“ und „Schäuble-Bond“. Gemeint ist dabei die Idee eines Staatsfonds nach norwegischem Vorbild. Gelder sollen also tatsächlich angelegt und nicht im Rahmen des Umlageverfahrens gleich wieder ausgegeben werden. Die Notwendigkeit derartiger Konzepte wird dann unter anderem mit dem Scheitern der Riester-Rente begründet.

Reform der Rentenversicherung gefordert

Demgegenüber stellt sich aber die Frage, ob nicht vielmehr die gesamte gesetzliche Rentenversicherung gescheitert ist. Dass die Ansprüche aus dieser für nachfolgende Generationen nur noch schwerlich ausreichen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, steht aufgrund von Inflation, Besteuerung, Krankenversicherungsbeiträgen und einem allgemeinen Absinken der Rentenhöhen außer Frage. All diese Themen sind allerdings ebenso hausgemacht von der staatlichen Administration. Wichtiger ist somit eine Reform der gesamten Rentenversicherung und weniger die Diskussion über einen einzelnen Baustein der privaten Altersvorsorge, wie eben die Riester-Rente.

Interessant ist dabei zusätzlich zu beobachten, wie über eine verpflichtende Investition jedes Einzelnen in ein derartiges Anlagekonzept diskutiert wird. Die freie Wahlmöglichkeit von geeigneten Vorsorgekonzepten und -anlagen je nach Alter und Lebenssituation der Anleger in der privaten Altersvorsorge wird somit komplett infrage gestellt und es soll nicht minder eine Bevormundung stattfinden.

Wohlgemerkt, die Deutschlandrente und/oder der Schäuble-Bond sollen die gesetzliche Rentenversicherung nicht ersetzen, sondern zusätzlich ergänzen! Bleibt nur zu hoffen, dass derartige Pläne nicht umgesetzt werden und die Bemühungen und notwendigen Veränderungen an anderen Stellen fokussiert werden.

Ihr Ansprechpartner

Guido Steffens
Abteilungsleiter fondsgebundene Altersvorsorge
Telefon: (0 40) 82 22 67-348
E-Mail: gsteffens@netfonds.de


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